3. Jobtraining, Auto fahren und Übergrößen



20.8.2017

In meiner 2. Woche stand ein Jobtrainig an. Das bedeutet dass, ich mit mehreren anderen Amerikanern die bei GCTC anfangen mir eine Woche lang Ausführungen von Mitarbeitern angehört habe. Dabei ging es darum, was uns hier erwartet, aber auch was von uns erwartet wird und um Themen wie Mobbing, Selbstverteidigung und sexuelle Übergriffe aber auch wie wichtig ein Respektvoller Umgang mit den Jugendlichen ist. Ich habe dabei aber noch viel mehr gelernt. Zum Beispiel, wieder einmal, wie es ist zwischen Menschen zu sitzen die sich unterhalten und keine Ahnung zu haben um was es gerade geht. Außerdem ist mir nochmal klar geworden bei was für einer Einsatzstelle ich hier eigentlich bin, denn auch wenn es keine Zäune, keine Mauern, keine Handschellen, keine Gefängniszellen und keine Wärter gibt sind die Jugendlichen hier mehr oder weniger eingesperrt und können nicht einfach so gehen und keiner von ihnen ist ohne Grund hier. Desweiteren habe ich viel über die Einstellung der langjährigen Mitarbeiter gelernt. Denn ausnahmslos alle die während des Jobtrainings referiert haben, haben erzählt das es ihnen bei der Arbeit weniger um das zu verdienende Geld geht, sondern dass sie hier aus Überzeugung arbeiten und das hat mich, gerade wenn man bedenkt das was hier für Jugendliche sind, sehr beeindruckt. Auch sehr interessant war, als es um die Krankenversicherung der neu eingestellten Mitarbeiter ging. Die ist viel teurer als bei uns und deckt viel weniger ab. So kann man zum Beispiel nicht einfach kostenlos in die Notaufnahme gehen wie in Deutschland. Zum Glück spielt das für uns keine Rolle, da wir ein deutsche Auslandsversicherung haben. Mein absolutes Highlight was allerdings als Hendrik den Amerikanern versucht hat zu erklären das it is sausage (es ist Wurst) auf deutsch I dont care (ist mir egal) bedeutet. Die haben sich schlapp gelacht.

Am Mittwoch hat es dann endlich geklappt. Ich habe meinen texanischen Führerschein. Seit Freitag haben wir auch ein Auto und können durch die Gegend fahren. Das Auto es ein ziemlich alter Toyota, aber er fährt noch gerade so. Früher hatten die Freiwilligen mal 3 Autos, schade das wir jetzt nur noch eins haben. Freitagabend waren wir erstmal im Walmart um Lebensmittel zu kaufen. Ich wollte mir auch ein paar T-shirts kaufen. /Dabei musste ich allerdings feststellen, dass die Größenverteilung anders ist als in Deutschland. 2 xxl gibt es immer im Überangebot, M (passt normalerweise gut) gibt es zwar meistens noch ,ist aber mir hier häufig viel zu weit und S sucht man häufig vergebens. Noch ein Klischee das sich bestätigt hat.

Am Samstag waren wir dann am Lake Conroe und haben da Versucht es bei fast 40 Grad Celsius auszuhalten. Anschließend kannte Hendrik aus vorherigen USA besuchen noch einen Eis Geheimtipp. Es nennt sich Shaved Ice und ist eine Art Wassereis war sehr lecker.

Abends waren wir dann in einer kleinen Spelunke in Huntsville (eine Studentenstadt) Billard spielen. Zum Glück mit einem zu kleinen und unebenen Tisch, sodass ich so was ähnliches wie eine Chance gegen den erfahrenen Billardspieler Hendrik hatte.

Am Sonntag waren wir dann im Huntsville State Park. Normalerweise kann man da gut wandern, paddeln und Tretboot fahren. Es war allerdings eindeutig zu heiß dafür. Aber wir kommen wieder. Genau wie am Lake Conroe gibt es kleine abgegrenzte Bereiche, wo man ins Wasser gehen darf aber richtig schwimmen ist schwierig, weil es sehr voll ist und man nicht weit raus schwimmen darf, da es dort Alligatoren gibt.

Leider ist es wie erwartet sehr schwierig hier die Bundesliga zu verfolgen. Zwar kam vor 2 Wochen der Supercup live im Fernsehen und immer mal wieder ein Spiel der englischen Premier League. Aber die Hoffnung dieses Jahr ein live Spiel des VfB Stuttgart zu sehen habe ich fast aufgegeben. Aus rechtlichen Gründen kann ich noch nicht mal Sportschau in der Mediathek gucken. Das wird also im Vergleich zu den letzten Jahren mit Dauerkarte und Auswärtsspielen ein Fußballsabbatjahr. Aber nicht so schlimm, denn in den letzten 2 Wochen habe ich 2 Vorbereitungsspiele der Houston Texans (die Footballmanschaft aus Houston) gesehen und ich bin voll begeistert von dieser Sportart. Ich freue mich schon sehr darauf wenn wir mal zu einem Spiel nach Houston fahren.

Zum Schluss noch ein lustige Gegebenheit die zeigt wie die Texaner zum zu Fuß gehen eingestellt sind. Als wir Sonntag vom Mittag essen in der nicht mal 5 Minuten Fußweg entfernten Kantine wieder kamen ist uns ein Nachbar im Auto entgegen gekommen und hat uns verwundert gefragt warum wir immer noch zur Kantine laufen wo wir doch jetzt das Auto haben.