Die ersten Tage



Die ersten Tage

12.8.2017

Nachdem ich Dienstagabend im GCTC angekommen bin, hatte ich den Mittwoch danach erstmal frei um mich vom Jetlag und dem anstrengenden Flug erholen zu können. Da wir hier mitten in einem Wald wohnen, kommen immer mal wieder Rehe vorbei und die Nachbarin hat mir erzählt, dass auch manchmal Skorpione ins Haus kommen, die sind aber angeblich ungefährlich.

Am Mittwochabend war ich schon sehr nervös. Wie komme ich mit der fremden Sprache zurecht? Wie sind meine Arbeitskollegen? Wie ist der Umgang mit den Jugendlichen? Was werden meine Aufgaben am Anfang sein? Am Donnerstag war dann mein erster Arbeitstag. An diesem Tag wurden mir viele Leute vorgestellt, ich habe viele Hände geschüttelt und alle waren sehr nett zu mir. Ansonsten habe ich 6 Stunden lang Papier in Akten einsortiert. Als ich nach der Arbeit wieder nach Hause gegangen bin, war ich sehr müde. Um 8 Uhr (3 Uhr Nachts deutscher Zeit) habe ich bereits geschlafen) Der Jetlag hat mir noch sehr in den Knochen gesteckt. Nachdem ich am Freitag nach der Arbeit erfolglos versucht habe einen texanischen Führerschein zu bekommen (ich habe leider meinen Reisepass nicht mitgenommen), hatte ich dann am Wochenende frei. Leider konnte ich nicht so viel machen. Deswegen bin ich hier ein bisschen rum gelaufen und habe mir alles angeguckt, aber auch da sind die Möglichkeiten sehr begrenzt, da ich hier mitten im Wald bin und man sich leicht verlaufen kann (erst eine Woche vorher hat sich hier eine Frau verlaufen und wurde tot aufgefunden). An diesem Wochenende habe ich das erste kleine Tief der Kulturschock Phasen erlebt.

Das Schild an der Ausfahrt zu GCTC

Dann kam die erste vollständige Arbeitswoche. Ich durfte häufig mitfahren, wenn einer der Mitarbeiter einen der Jugendlichen zum Arzt gefahren hat. Da konnte ich sehen, was meine Hauptaufgabe sein wird, sobald ich Auto fahren darf. Die Jugendlichen waren meistens sehr interessiert an mir und haben mich gefragt, wo ich genau herkomme und was ich hier mache. Ich habe aber auch gemerkt, dass der ein oder andere versucht hat mich zu testen. Ich habe mich endgültig vom Jetlag erholt. Meistens esse ich in der Cafeteria, wo auch die Jugendlichen essen. Es gibt meistens irgendwas mit Fleisch, aber auch immer Gemüse dazu. Mit den Kollegen verstehe ich mich inzwischen sehr gut, ich fühle mich willkommen. Am Donnerstagabend hat mich die Nachbarin zum Walmart gefahren. Das ist ein riesen Einkaufszentrum. Da gibt es absolut alles Kleidung, Lebensmittel, Elektronik, SIM-Karten und so weiter.

Im Moment befinde ich mich eindeutig in der Honeymoon Phase des Kulturschocks. Das werde ich in den nächsten Monaten weiter beobachten.

In den letzten Tagen habe ich es sehr genossen alleine in dem Trailer, in dem wir wohnen, zu sein. Ich freue mich trotzdem darauf, wenn Hendrik am Dienstag dazu kommt. Ich bin auch sehr gespannt, wie es wird, wenn ich endlich Auto fahren darf (ich brauche immer noch denn Führerschein und einige Versicherungsangelegenheiten müssen noch geklärt werden) und ich allein mit den Jugendlichen zum Arzt fahren kann und wir Freiwilligen hier die Gegend unsicher machen können.