Woche sechs

-eingelebt-

[18.09.2017]

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[19.09.2017)

Was gibt es weiter zu berichten? So gesehen nicht viel außer dem Üblichen. Meine Aufgaben werden zunehmend spannender, nachdem ich alle Akten, die über die letzten Jahre liegen geblieben sind, einsortiert und eingestaubt habe. So habe ich mir nun leider den Ruf gemacht, einen Hauch von Computern und diversen Programmen zu verstehen, weshalb ich heute mit einer Kollegin im HR eine neue Software, die uns viel Papierkram ersparen wird, aufsetzt und gangbar gemacht habe. Zudem habe ich nach kurzer Einführung die ersten Hintergrundchecks der neuen Mitarbeiter gemacht, die nötig sind, damit diese mit den Kids im Staat Texas arbeiten können. Ziemlich viel Papierkram wiederum.

Nebenbei wurde das Training für die neuen Mitarbeiter vorbereitet, in dem auch Fabian in zwei Wochen sitzen wird. Da bekommen die zukünftigen Angestellten alles über das Fahren mit einem Van, rechtliche Rahmenbedingungen und den guten Umgang mit den Schülern hier vorgestellt, genau so wie ich es vor fünf Wochen über mich ergehen lassen musste.

[21.09.2017]

So langsam kehr in der Administration für mich die Routine ein. Ich kenne meine Aufgaben und die Akten landen ohne weitere Erklärung auf meinem Tisch. Ich kann damit umgehen und wenn nicht habe ich immer einen Ansprechpartner, der mir beisteht.

Im Moment geht es vor allem darum, die nächste Woche vorzubereiten. Da haben, wie bereits erwähnt, die neuen Mitarbeiter ihre Seminare. Dazu nutzen wir eine neue Software, von der leider keiner viel weiß. So bin ich mit einer Kollegin dabei, herauszufinden, wie diese nicht gerade Benutzerfreundlich gestaltete Datenbankanwendung zu bedienen ist. Da kann ich endlich wieder etwas kreativ werden und selbst Problemlösungen finden, wenn auch nur im kleinen Stil. Nebenbei ist immer etwas Zeit mit den Kollegen über dies und das zu reden. Über Deutschland, unsere Sicht auf die USA und deren auf uns. In der Cafeteria geriet ich mit einer Angestellten im Bereich Residential mit den anderen beiden in einer Diskussion über Einwanderungspolitik und warum sie Trump gewählt hat. Klang fast logisch. Fast.

So fühle ich mich gerade im Büro gefragt, da hin und wieder kleinere Probleme auftauchen, dich ich zu lösen versuche und mir so ein wenig aus dem Alltag helfen. Heute war es das Konvertieren von Bilddateien für neue ID Karten oder schnelle Überprüfung von Datensätzen mit Excel. Neben vielen Bewerbern und weitaus mehr Anrufen, die ständig eingehen bleibt da nicht viel Platz für Langeweile, was die Motivation nicht abbrechen lässt.

Für alle, die das Gulf Coast Trades Center mit der umliegenden Vegetation sehen wollen, ist hier ein kleines Dronenvideo, dass vor einiger Zeit gestaltet wurde. Ich arbeite im Administrationsgebäude, gleich neben dem großen Mast. Ebenfalls zu sehen ist die Cafeteria (in der es morgen übrigens Burger gibt...), die sich gleich neben dem Pool befindest, sowie einige der Shops zur Berufsausbildung.

[23.09.2017]

Das Highlite dieser Woche? Ganz klar die unerwartete Ankunft eines Paketes von meiner Schwester und meinem Schwager aus Maryland, dass jetzt nicht mehr so weit von mir entfernt ist. Darin befand sich nicht nur allerhand Halloween Dekoration, die hier zum Pflichtprogramm gehört. Halloween ist das amerikanische Fasching, zu dem sich die Kinder verkleiden und nach Süßigkeiten suchend um die Häuser ziehen. Sondern auch eine Kolibri Futterstation, die ich gleich nach dem Auspacken mit Zuckersirup befüllt habe. Nun muss ich mich leider noch etwas gedulden, denn die kleinen aber flinken Vögel haben mein großzügiges Angebot noch nicht entdeckt. So viele wie hier in der Regel herumschwirren, werden sie es aber hoffentlich bald gefunden haben. Ich bin mehr als nur gespannt!

Nachtaufnahme der großen Kiefer direkt neben dem Trailer

[24.09.2017]

Nachdem wir den gesamten Samstag auf der Couch verbracht haben, war es heute an der Zeit für etwas Bewegung. Geplant war, ein Stück weit auf den zahlreichen Wanderpfaden durch den Wald zu laufen. Also hab ich den Rucksack voll mit Wasser und meiner Kamera gepackt und ab ging es zur Rangerstation ca. 1 Kilometer entfernt. Anders als beschrieben konnten wir dort keinen ausgewiesenen Pfad entdecken. Also haben wir drei kurz entschieden, zum Lake Conroe zu wandern. Bei 33°C und der, durch ein abziehendes Gewitter entstandenen, sehr hohen Luftfeuchtigkeit was dies anstrengender als ich gedacht habe. Allerdings entschädigte die wunderschöne Sicht auf den städteverbindenden See für die Wanderung entlang des Highways.

So saßen wir drei für etwas über ein Stunde, die sich nur wie ein flüchtiger Augenblick anfühlte, auf dem Ablegesteig für die zahlreichen Boote, die mit Hobbyseefahrern und Wochenendanglern bestückt sind, beobachteten die Wolken, ertasteten das warme Wasser und erfühlten einen Hauch von den Tropen.

Der nördliche Ausläufer des Lake Conroe, 7 Kilometer vom Gulf Coast Trades Center entfernt.