Woche neun

-go up-

[10.10.2017]

Immer schwerer wird es, das deutsche Format des Datums und das amerikanische auseinanderzuhalten und im richtigen Kontext korrekt anzuwenden. Ein Grund, warum ich den 10 Oktober für diesen Post gewählt habe. Da kann nichts schief gehen. Tatsächlich passiert es mir sehr häufig, solche banalen Dinge richtig zu machen. Es ist eben eine komplett verschiedene Kultur hier, mit ihren ganz eigenen Regeln und Denkweisen.

Als ich heim gekommen bin, sah ich den Truck eines Mitarbeiters und Vorgesetzten von mir, der den Kühlschrank im benachbarten Trailer austauscht. Auf meine Nachfrage hin, sagte er mir, dass wahrscheinlich einige Deutsche demnächst dort einziehen werden. Vermutlich von einer anderen Organisation geschickt. Es bleibt spannend.

Ein Mitarbeiter hat mir heute seine Drohne mit Kamera vorgeführt und einmal fliegen lassen. Natürlich war ich von dem Teil begeistert. Vor allem, wie leicht es sich im Vergleich zu einem Vierkanal Helikopter steuern lässt. Das scheint er mir direkt angesehen zu haben. Es sagte Merry Christmas. Plötzlich war ich strahlender Besitzer einer Drohne. Da war ich sprachlos.

Den gestrigen Abend verbrachte ich in völliger Dunkelheit draußen. Windstille und nur das Zirpen der Grashüpfer und Insekten. Dabei gelangen mir Aufnahmen vom Sternenhimmel, die mit bloßem menschlichen Auge nicht zu sehen sind.

[15.10.2017]

Früh morgens am Samstag ging es endlich los zur Metropole nebenan. Houston war das Zeil des diesigen Wochenendes. Mit dem Auto hat sich Lukas virtuos durch den Stadtverkehr gekämpft, der hier auf beiden Seiten mit sechs Spuren bestückte Straßen voller Autos bedeutet. In der Unterkunft angekommen, haben alle nur ihre Sachen auf einen Haufen geworfen und schon sind wir zu dritt losgelaufen, um die Gegend zu erkunden. Die Wohnung, die uns Obdach gebot, liegt inmitten des Museumsdistriktes, einer reichen Gegend, bestückt mit Privatschulen und glutenfreiem Matetee.

Wie der Name schon sagt, sind dort so einige Museen zu finden. Darunter das Naturkundemuseum, welches sich am einladendsten präsentierte. Kaum zu vergleichen mit einem deutschen Museum, waren hunderte von Mineralien und Erzen ausgestellt, Informationen zu den vergangenen Hochkulturen Amerikas und der ganzen welt aufbereitet, sowie die afrikanische Wildnis abgebildet.

Um das Museum herum, war der städtische Zoo zu sehen, sowie die Kinderklinik. Diese ist fast größer als der Zoo, weit über 100 Meter hoch und bildet schon alleine eine eigene Skyline, fern ab von den Hochhäusern der Innenstadt.

Am Abend besuchten wir eine lokale Bar, in der wir ins Gespräch mit einigen sehr freundlichen Mexikanern kamen. Die ABneigung über lokales Bier und die amerikanische Interpretation anderer Kulturen brachte uns näher zusammen. Nach der Unterhaltung verblieben die nützlichen Tips über deutsche Viertel und etwas, dass sich Wurstfest nennt, wo echtes mexikanisches Essen zu finden sein und was noch alles im wilden Westen zu erleben ist.

Heute war erstmal Ausschlafen an der Reihe. Frühstück nahm ich in einem angesagten Cafe gleich um die Ecke ein, um gestärkt und vegan den Tag beginnen zu können. Zjum Abschluss fuhren wir in die Woodland's Mall und dann auch schon nach Hause.