Woche 1

Nach einer einwöchigen Pause melde ich mich hiermit zurück. Da ich während der Arbeitszeit nicht sehr oft das Handy bei mir habe, wird es nicht so viele Bilder von meiner Arbeit geben.

Nachdem wir das Wochenende nur haarscharf überlebt haben, konnten wir uns am Montag voller Tatendrang ins Arbeitsleben stürzen. Dies bedeutete für mich erst einmal herausfinden, wo ich mich melden soll, da ich davon ausging, die Einsteigerseminare für die neuen Mitarbeiter zu erhalten. Doch auf Grund des Sturms konnten nicht alle Mitarbeiter den Campus erreichen und wir wurden als Aufseher in den Dorms eingesetzt. Ich wurde so zu sagen ins kalte Wasser geworfen. In den Dorms war ich nun mit Mr. Brown und dem Nachtaufseher dafür zuständig, die Kids zu beaufsichtigen. Diese verbrachten die letzten 3 Tage in ihren Dorms eingeschlossen, nur mit gelegentlichen Ausgängen ohne Strom. Knapp eine Stunde später wurden wir, Mr. Brown und ich, abgeholt um an der Krisensitzung teilzunehmen. Dort wurde der Tag geplant, sodass man einen möglichst normalen Tagesablauf ermöglichen konnte . Ich wurde Mr. Pickens zugeteilt. Wir hatten eine Gruppe von 16 Students (so werden hier die Kids genannt). Es ist gar nicht so einfach diese ohne Strom zu beschäftigen. Deren Frust zeigte sich schon wenig später, 2 Students gingen aufeinander los und es entwickelte sich eine Schlägerei mit wechselnden Teilnehmern. Glücklicherweise konnte Dr. Underwood schlichten. Nach ewigem Warten mussten die Kids in den Matheunterricht. Hier zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen den einzelnen Jungs. Mache freuten sich auf den Unterricht, machten fleißig ihre Aufgaben und waren bereit zu lernen, andere wiederum machten nichts und saßen gelangweilt herum und andere verhinderten , dass die Lernfreudigen sich konzentrieren konnten. Das Niveau des Unterrichtsinhalts lässt sich schwer beschreiben, ich würde es auf das einer 5./6. klasse schätzen (multiplizieren von größeren Zahlen mit einem Taschenrechner), dennoch gibt es leistungsstärkere Schüler, welche den Stoff einer 8. bis 9. Klasse bewältigen können (Geometrie und Analysis). Dank der durchgehenden Arbeit der örtlichen Stadtwerke (nennt man die hier so in den Staaten?) hatten wir endlich wieder Strom und die Kids konnten sich mit Filme schauen und Karten spielen die Zeit vertreiben. Nachdem Mr. Pickens meinte er wolle nur kurz weg, war ich plötzlich allein mit all den Students und hatte keine Ahnung was ich tun sollte, wenn irgendetwas wäre. Da fühlt man sich schnell mit der Situation überfordert. Glücklicherweise ist nichts passiert und der Arbeitstag ging zu Ende.

Am folgenden Tag waren wir 3 Volunteers für das beziehen der Betten in dem neuen Dorm zuständig, dieser wurde komplett renoviert und bald werden dort neue Students einziehen. Des Weiteren haben wir Seife in 2400 kleine 1oz Cups gefüllt . Diese erhalten die Students täglich. Viel mehr lässt sich über den Tag nicht erzählen .

Die restlichen 3 Tage war ich bei Mrs. Clements eingeteilt. Sie ist für das richten von Dorm 3 und 1 zuständig, des Weiteren für das Waschen der Wäsche in Dorm 9. Zu den Aufgaben gehören das Waschen/Trocknen der Wäsche, reinigen der Bäder, sortieren der Wäsche und durchsuchen der Sachen der Students. Es ist immer wieder erstaunlich wie kreativ die Kids sind, um Sachen zu bekommen. In den 3 Tagen fanden wir unter anderem Sachen um irgendetwas undefiniertes zu rauchen, ein Pack nicht definierbarer Tabletten, diverse Shampoos, etliche Kleidungsstücken und Dinge die aus den Ausbildungsshops mitgenommen wurden. Neben dem Reinigen der Dorms war ich auch mit den anderen Volunteers für das Sortieren der Kleidung zuständig. Es ist echt erstaunlich welche Kleidergrößen hier in den Staaten vorhanden sind. wir haben Jacken bis zu einer Größe von 5XL und Jumpsuits bis zu einer Größe von 6XL gefunden. Hierbei Half uns Mr. P (Name zensiert), einer der Students. Normalerweise ist dies nicht der Fall, dass Students dies machen dürfen. Da er aber am Samstag den Campus verlässt, alle seine Prüfungen sehr gut bestanden und gutes Verhalten während seines Aufenthalts gezeigt hat, gab es für ihn eine Ausnahme. Mit ihm konnte ich mich gut über das Leben hier drin unterhalten und man bekam auch mal einen Blick auf die Dinge von der “anderen” Seite.

Größe 5XL, ein bisschen zu groß

Seife bis zum Umfallen

Neben der Arbeit halten wir uns in und um den Trailer auf, Spielen Frisbee, Fußball oder Volleyball, fahren nach Huntsville oder Conroe oder suchten Game of Thrones. Aufgrund der momentanen Situation ist es nicht möglich weitere Reisen zu machen oder nach Houston/Dalles zu fahren.